Aktuelle Mitteilungen des Landesverbandes der Binnenfischer Mecklenburg-Vorpommern e.V.

Auf den folgenden Seiten möchten wir Ihnen aktuellste Informationen und Mitteilungen des Landesverbandes der Binnenfischer Mecklenburg-Vorpommern e.V. geben, sowie in komprimierter Form aktuelle Hinweise, Hintergrundberichte oder Pressemitteilungen veröffentlichen.



Das LALLF informiert: Änderung der Winterlagerregelungen in Stralsund und Greifswald

Durch die Fischereiaufsicht Stralsund und Freest wurde im September 2020 die Lage zur Angelfischerei im Hafen Stralsund und am unteren Ryck geschildert. Danach war seit Anfang des Monats zu beobachten, dass sich die ersten Fischschwärme von Barsch und Zander in den Hafenbereichen sammeln und dort stark beangelt werden.

Eine starke fischereiliche Nutzung des Fischbestandes, insbesondere bei der Einwanderung und Konzentration für die Winterruhe, kann erhebliche Auswirkungen auf die Reproduktion und damit den Fortbestand der Fischbestände haben. Daher ist der Schutz der Fische im Winterlager durch entsprechende Maßnahmen der Fischereiverwaltung zu gewährleisten. Sie berücksichtigen den Nachhaltigkeits- und Vorsorgegrundsatz.

Der Gesetzgeber hat mit § 18 Abs. 1 Ziffer 3 Landesfischereigesetz M-V die Möglichkeit der Schaffung eines Schonbezirkes für den Schutz der Fische im Winterlager vorgesehen. Nach § 13 Küstenfischereiverordnung M-V hat das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt die obere Fischereibehörde (LALLF M-V) ermächtigt, die Ausübung der Fischerei zum Schutz der Fischbestände durch Allgemeinverfügung zeitlich und räumlich zu begrenzen, zu verbieten oder die Beschaffenheit von Fanggeräten vorzuschreiben.

Nach den Erfahrungswerten der Jahre 2004 bis 2016 setzte der Zug der Fische in die beruhigten Gewässerbereiche, die als Winterlager genutzt werden, Ende Oktober ein. Diese Einwanderungsphase hat sich in den letzten Jahren trotz der hohen Sommertemperaturen in den September vorverlagert. Es musste also davon ausgegangen werden, dass nicht nur die Absenkung der Wassertemperatur, sondern auch die abnehmende Tageslichtdauer die Wanderung beeinflusst.

Um den Fischbestand in der Einwanderungsphase zum Winterlager vor einem übermäßigen fischereilichen Zugriff zu schützen, war eine Prüfung für eine zeitliche Anpassung der bisherigen Winterlagerregelungen nötig. Im Anhörungsverfahren nach § 28 VwVfG wurde ein früherer Beginn zum 01. Oktober vorgeschlagen.

In diesem Anhörungsverfahren haben sich dann die beteiligten Träger der öffentlichen Belange und Verbände sowie einige Angler geäußert. Mit dem Landesanglerverband MV (Vertreter der organisierten Angler) wurde ein kurzfristiger Beratungstermin vereinbart. Die obere Fischereibehörde erörterte die fischereibiologisch sichtbaren Änderungen zu früheren Einwanderereignissen, was durch Beobachtungen der Fischereiaufsicht ergänzt wurde.

Hinsichtlich der Kurzfristigkeit der Maßnahme wurde abschließend nicht der 01. Oktober, sondern der 12. Oktober als Winterlagerbeginn festgeschrieben, um die notwendigen Unterrichtung der Angler und der Öffentlichkeit vornehmen zu können.

Das Thema wird jedoch im ersten Halbjahr 2021 erneut intensiv beraten, um eine längerfristige nachhaltige Regelung zu finden.

Aus Sicht der oberen Fischereibehörde sind die getroffenen Maßnahmen erforderlich, geeignet und angemessen, um einerseits den Schutz der Fische sicherzustellen und andererseits die Angelfischerei weiter eingeschränkt zuzulassen.

Dr. Thomas Richter, Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei M-V, LALLF; Rostock, 19.11.2020